E i n f ü h r u n g
Ist Amalgam gesundheitsfördernd?

Die unten beschriebene Studie von Ahlqwist et al. wurde von 1988-1995 an einer Gruppe von Frauen aus Göteborg, Schweden, durchgeführt. Als eine der wenigen epidemiologischen Studien zu diesem Thema ist sie häufig von Expertengruppen und Zahnärzten besonders in Deutschland zitiert worden, die an der Ansicht festhalten, dass Amalgamfüllungen keine Bedrohung der Gesundheit darstellen und dass das Material sogar einige gesundheitliche Vorteile haben könnte. Die Methodik der besagten Studie wurde von Bo Walhjalt, Schweden, im Schwermetall-Bulletin Nr. 3, 1997 ("Die Notwendigkeit einer Neubewertung von Schäden durch Quecksilber") beschrieben und kritisiert. In den Medien hat die Studie zu Schlagzeilen wie "Amalgam gesundheitsfördernd" inspiriert. In dem folgenden Artikel untersucht Mats Hanson eingehend den Hintergrund und die Methodik der Studie. Der Artikel ist zuerst im "TF-bladet" veröffentlicht worden, der Zeitschrift der Schwedischen Vereinigung von Zahn-quecksilberpatienten, Nr. 2, 2002. Monica Kauppi
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Missbrauch von Frauen in Göteborg

von Mats Hanson, Dr.phil., Schweden (siehe auch gesonderte Information)


Epidemiologische Studien ergeben selten klare Ergebnisse, oft weil Faktoren, die die Ergebnisse beeinflussen könnten, - beabsichtigter oder unbeabsichtigter Weise - übersehen worden sind.

Beziehungen zur Industrie?

Jeder kann leicht feststellen, dass die Risiken von potentiell gefährlichen Erzeugnissen und Gegebenheiten in der Gesellschaft oft als nicht existent abgewiesen werden, indem mutmaßlich wissenschaftliche epidemiologische Studien vorgebracht werden, und später stellt sich dann heraus, dass diejenigen hinter den Studien Beziehungen zu den diese Produkte her-stellenden Industrien haben, dass sie frühere Positionen vertreten oder Stellungen in der Gesellschaft innehaben, wo die Erwartung mehr oder weniger eindeutig ist, dass die allgemein bekannte Position verteidigt wird. Die Tabakindustrie ist ein wohl bekanntes Paradebeispiel. Einige angesehene medizinische Zeitschriften fordern nun, dass die Autoren Abhängigkeiten und finanzielle Quellen angeben sollten.

Wir haben lange Erfahrungen mit "Forschung", die beabsichtigt, gesundheitsschädigende Auswirkungen von Amalgam zurückzuweisen. Anfänglich wurde verneint, dass aus Amalgam überhaupt Quecksilber freigesetzt wird: "...sogar unter Anwendung moderner physikalischer und morphologischer Analysen ist keine Form von systematischer Zersetzung von Amalgamfüllungen aufgedeckt worden, nicht einmal in Jahrzehnten." (Bergman, Glantz, Nilner, Olsson, Läkartidn. 79, 1982, 879).

Beweise bereits schon 1874

Die Ausdünstung von toxischen Quecksilbermengen aus Amalgam wurde bereits 1882! aufgezeigt (Talbot). Als Quecksilber schließlich im Gehirn in Werten proportional zu der Anzahl der Füllungen im Mund vorgefunden wurde, wurde geleugnet, dass überhaupt Gesundheitsschäden entstehen könnten. "Quecksilber im Gehirn - na, und?" sagte der Professor für Zahntoxikologie, K.S. Larsson, auf der Konferenz des Medizinischen Forschungsrates 1992, eine Konferenz, die durch Harald Löe, Leiter des Nationalen Instituts für Zahnforschung, USA, mit den Worten eingeleitet wurde: "Diese Konferenz soll den Zahnärzten Argumente und der Öffentlichkeit Sicherheiten liefern."

150 Jahre zahnärztlicher Kunstfehler

Die Erniedrigung der Wissenschaft zu einem Instrument, 150 Jahre der Zahnbehandlung mit Amalgam zu verteidigen, wurde bereits 1956 in einem Buch eines deutschen Zahnarztes erwähnt (H. Struntz: Verrat an Deiner Gesundheit): "Einflussreiche zahnärztliche Kreise sabotieren eine Lösung des Amalgamproblems." und der Rat für Forschungsplanung und -koordination (FRN) sagte aus: "Während der Auswertung musste der FRN eine umfassende Neigung der Forscher auf dem Amalgamsektor feststellen, dass eine in wissenschaftlicher Hinsicht kritische Haltung außer acht gelassen wurde."

Gesünder mit Amalgam

Es ist eine Anzahl von Studien, die auf einer Bevölkerungsstudie an Frauen aus Göteborg basieren, vorgelegt und in den Medien breit veröffentlicht worden, die den Gedanken unterstützen, dass man gesünder sei, je mehr Amalgam man in seinen Zähnen hat oder dass zumindest Frauen in Göteborg nicht schlechter dran sind, wenn sie viel Amalgam haben verglichen mit wenig. Die Frage ist: Haben sich die Forscher hinter diesen Studien an einer in wissenschaftlicher Hinsicht kritischen Einstellung gehalten?

Die Studien begannen 1968-1969 und sollten den Gesundheitsstatus einer repräsentativen Gruppe von Frauen, auch in bezug auf die Zahngesundheit, klären. Der Zahnstatus wurde in einer Anzahl von Unterlagen durch Halling, Bengtsson et al. aufgezeigt und befindet sich in einer Dissertation von Halling von 1987. Die meisten Unterlagen sind in der Schwedischen Zahnmedizinischen Zeitschrift veröffentlicht worden. Einige der Schriftstücke enthalten wichtige Informationen, die wichtig für die Bedeutung späterer Schriften über Amalgambelastung und Gesundheit sind.

Die Unterlagen von Halling werden nur in zwei späteren Studien über Amalgam erwähnt, und dort nur als: "Anhand einer Panoramaaufnahme wurde die Anzahl der verbliebenen Zähne, Restaurationen, Kronen, Brücken (über 1 fehlenden Zahn) und endodontisch behandelten Zähne bestimmt. Bei jeder Frau mit Zähnen wurde die Anzahl der mit Amalgam gefüllten Zahnflächen registriert." (Ahlqwist et al., 1988) und bei Ahlqwist et al. von 1993, dass die Anzahl alleinstehender Frauen in Frauengruppen, die nicht an den Untersuchungen teilnahmen, irgendwie überrepräsentiert war.

Welche Informationen werden von Halling geliefert?

Halling machte eine Zusammenstellung der Ergebnisse aller Patienten und eine zusätzliche Information über eine sorgfältigere Studie an 75 Patienten aus verschiedenen Altersgruppen. Diese wurden dann als repräsentativ für alle Frauen betrachtet. In der größeren Gruppe wurde der Zahnstatus durch eine Panorama-Röntgenaufnahme bestimmt.


Tabelle: Zahnstatus bei Patienten

Alter Anzahl der Zähne Anzahl mit Füllungen Anzahl mit Amalgam
(kompl.Gebiss 32) (75-80 %) (~ 75 %)

Alter
Anzahl der Zähne
(kompl.Gebiss 32)
Anzahl mit Füllungen
(75-80 %)
Anzahl mit Amalgam
(~ 75%)
38
21,9 Zähne
15-16 Zähne
~ 12 Zähne
46
17,7        
~ 14      
~ 11      
50
14,6         
~ 12      
~ 9     
54
14,0         
10-11      
7-8   
60
8,4       
6-7     
4-5   

Somit ergeben sich etwa 5 gesunde Zähne ohne Reparatur bei den 38-Jährigen und ein einziger Zahn bei 60-Jährigen. 50-Jährige hatten 2-3 Zähne ohne Reparatur. Im Alter von 38 Jahren waren 4 % vollkommen ohne eigene Zähne (in der letzten Zusammenstellung waren z.B. unter denjenigen, die den größten Teil ihrer Zahnbehandlung in den 80er-90er Jahren hatten, weniger Personen vollkommen ohne Zähne, was üblicherweise bedeutet mehr Kronen und Wurzelfüllungen anstatt Extraktionen).

46-Jährige: 11 % ohne eigene Zähne
50-Jährige: 18 % " " "
60-Jährige: 40 % " " "

Wurzelfragmente (impaktierte Zähne) wurden z.B. bei jedem 5. Patienten vorgefunden (in der Untersuchung mit 75 Personen). Es ist wahrscheinlich, dass dies üblicher bei älteren als bei jüngeren Personen ist, aber darüber liegen nur Informationen in der ganzen Gruppe von 75 Personen gemischten Alters vor.

Kronen ohne Stifte: 1-2 je Person
Kronen mit Stiften: 2-3 je Person.
Bei den 50-Jährigen hatten z.B. 23 % der verbliebenen Zähne Kronen, 3,5 je Person.

Brücken (über 1 fehlenden Zahn): Anzahl der Stützzähne 2 je Person, üblicher im höheren Alter.
Brücken (über 2 oder mehr fehlenden Zähnen): ~ 1 je Person.

Endodontisch behandelte Zähne: 3-4 je Person. Bei den 50-Jährigen waren 21 % der verbliebenen Zähne wurzelgefüllt.

Anzahl der Zähne mit osteolytischen Läsionen (Herdinfektionen): etwa 2 je Person (in der Gruppe der 75-Jährigen gemischten Alters).
Isolierte Bezirke (nicht an Zähne angrenzend) mit Osteolyse, Osteosklerose (heute Kieferknochenkavernen, NICO genannt) + "Fremdkörper": 1 bei jeder 4. Person (Studie mit 75 Personen).

Der Unterschied zwischen der Anzahl verbliebener Zähne in den verschiedenen Altersgruppen (14,6 Zähne mit 50) und einem einsatzfähigen Gebiss besteht aus Brücken, Teilprothesen in einem oder beiden Kiefern, Teil- oder voller Zahnersatz bis zu einem vollständig künstlichen Gebiss.

Es ist nicht klar, ob Halling "Amalgamkronen", d.h. fast vollständig aus Amalgam aufgebaute Zähne, als Kronen oder Amalgamfüllungen bezeichnet hat.

Endodontal behandelte Zähne haben oft einen Anker, der aus einer leicht korrodierenden, goldüberzogenen Messingschraube besteht (in Schweden). Die Goldschicht ist dünn und begünstigt so die Korrosion. Das in der Messinglegierung enthaltene Zink löst sich zuerst auf. Stifte aus Goldlegierung kommen ebenfalls vor, aber da diese teurer sind, wurden sie seltener verwendet. Wenn der Zahnarzt gewinnsüchtig war oder die Messingstifte aufgebraucht waren, konnte er andere nützliche Dinge verwenden, z.B. Teile von Büroklammern (wir wissen von vielen solcher Beispiele).

In dem Zeitabschnitt charakteristische Materialien

Aus Hallings Unterlagen ist die Rekonstruktion möglich, was "typisch" 38-Jährige, 50-Jährige usw. in ihrem Mund hatten.
"Typisch" 38-Jährige (106 in der ganzen Studie): 21,9 verbliebene eigene Zähne, 2-3 davon mit Kronen, etwa 3 endodontal behandelte Zähne, etwa 16 Zähne mit Füllungen, 12 davon mit Amalgam. Jede 10.- bis 12. Person hat eine Brücke (Goldlegierung zu dieser Zeit).

"Typisch" 50-Jährige (302 in der Studie): 14,6 verbliebene eigene Zähne, 12 davon mit Füllungen, davon 9 mit Amalgam, 3,5 Kronen, die meisten mit Stiften und einen zusätzlichen wurzelgefüllten Zahn, Teile von alten Wurzeln bei jeder 5. Person. Zähne mit Osteolyse (Knochenabbau) etwa 2 je Person, Anzahl der Stützzähne für eine Brücke 2 je Person. Jede 4. Person hatte isolierte Bezirke von Osteolyse, "Fremdkörper" usw.

"Typisch" 60-Jährige (211): 8,4 verbliebene eigene Zähne, Wurzelteile usw. wie bei den 50-Jährigen, 2-3 Kronen je Person, endodontal behandelte Zähne ~ 2 je Person, somit höchstens 6,4 eigene nicht wurzelgefüllte Zähne, von denen einige als Brückenstütze dienen können. Brücken und Teilprothesen bei 30 %.

Fragen häufen sich

Danach stellt sich die offensichtliche Frage, ob es wirklich möglich ist, genug Frauen mit 20 oder mehr Amalgamfüllungen (in den Statistiken werden 460 angegeben) und 193 mit 0-4 Füllungen zu finden, um eine statistische Menge zur Ziehung von Schlussfolgerungen zu haben.

Noch fragwürdiger ist die mit Sternchen bezeichnete Zahl, mit der gezeigt wird, wieviel mehr Symptome bei 50-jährigen Frauen mit 0-4 Füllungen auftreten, verglichen mit Frauen des gleichen Alters mit 20 oder mehr Amalgamfüllungen (Ahlqwist et al. 1988). Die Anzahl der in dieser Zahl repräsentierten Frauen ist nicht angegeben. War es möglich, irgendeine Anzahl von 50-jährigen Frauen in Schweden zu finden (in den Jahren um 1980) mit 0-4 Amalgamfüllungen und ohne in den Kiefern eingebaute wurzelgefüllte Zähne, Kronen, Brücken und Prothesen? Wenn diese existierten, so werden sie selten gewesen sein und es wird insbesondere nicht möglich gewesen sein, irgendeine aussagekräftige Anzahl unter 302 zufällig ausgewählten Fragen in jenem Alter zu finden. Und was hatten sie vorher in ihren fehlenden Zähnen?

Irreführende Informationen

Die Autoren sind mit der Information in die Medien gegangen, dass es eine beeindruckend große Studie war, 1024 Frauen, und dass die Ergebnisse zeigten, dass Frauen mit wenigen Füllungen mehr Symptome hatten als jene mit vielen Amalgamfüllungen. Die verglichenen Zahlen waren 460 + 193 = 657. Fast als eine Fußnote wird angegeben, dass, als die Zahlen dem Alter nach korrigiert wurden, die meisten der Assoziationen verschwanden. Zurück blieben Gelenkschmerzen, Durchfall und geringer Appetit. Nach der Korrektur nach sozio-ökonomischen Gruppen unter den Frauen selbst und ihrer Ehemänner verschwand auch der Durchfall, aber Reizbarkeit kam hinzu (grausame Ehemänner?). Es ist die übliche Praxis bei epidemiologischen Studien, zuerst eine Korrektur von verwirrenden Faktoren, wie Alter, vorzunehmen, bevor überhaupt Schlussfolgerungen gezogen werden - nicht umgekehrt. Die in der Studie dargestellten Symptome sind kaum direkt kennzeichnend für eine Amalgamvergiftung. Die Autoren folgern, dass die Studie nicht unterstützt, dass Amalgamfüllungen aus den Zähnen entfernt werden sollten, wenn keine Symptome vorliegen. Da stimmen wir zu, aber aus vollkommen anderen Gründen, nämlich weil ein größerer Anteil der Zahnärzte unfähig ist, Amalgam ohne eine starke Quecksilberexposition für die Patienten (und Zahnärzte) zu entfernen. Unvorsichtige Amalgamentfernung kann bei vorher gesunden Personen zu einem plötzlichen Auftreten von Symptomen führen.

Starker Zusammenhang

Vor der Feststellung, dass die alten Angaben verwendet werden könnten, um einen Zusammenhang zwischen Symptomen und der Anzahl von Amalgamfüllungen herzustellen, wurde von Bengtsson et al., 1987 eine Studie veröffentlicht, in der eine starke Korrelation zwischen denselben Symptomen und niedrigem Blutdruck (120 mm und weniger) festgestellt wurde. Es wird eine Darstellung für eine Untergruppe präsentiert, die Betablocker nahm und die genauso aussah wie diejenige, die später für Amalgamsymptome vorgelegt wurde. Fast alle Symptome, die eher bei Personen mit Betablockern üblich sind verglichen mit einer Gruppe, die Diuretika (wahrscheinlich nicht Quecksilber-Diuretika ) einnehmen, sind auch üblicher bei Frauen mit wenigen Amalgamfüllungen laut späteren Veröffentlichungen. Seltsam!? Meines Wissens gibt es nicht besonders viele Amalgampatienten, die Betablocker einnehmen.

Schwachstellen in der Untersuchung

Die medizinische Untersuchung bestand zusätzlich zu den standardisierten Labortests aus einem Fragebogen, nach dem die Frauen gefragt wurden, ob irgendwelche Symptome aus einer Liste von 30 sie während der letzten 3 Monate beeinträchtigt hätten. Die Autoren waren sich offensichtlich der Schwachstellen solch einer Prüfung bewusst und schreiben:
"Es werden nur Schlussfolgerungen gezogen, wenn dramatische Unterschiede zwischen verschiedenen Alters- und Geschlechtsgruppen auftreten." (Auch Männer beteiligten sich an diesem Teil.)

Solche Unterschiede waren eine ausgesprochene Abnahme von allgemeiner Müdigkeit nach dem Alter von 50 Jahren, Abnahme von Unterleibsschmerzen und Kopfschmerzen mit zunehmendem Alter und eine ausgesprochene Erhöhung von Gewichtszunahme und Schwitzen bei den 50-jährigen Frauen (die nächst jüngere Gruppe war 38 und war noch nicht in die Menopause eingetreten).

Magere Expositionsdaten

Dies sind die als Grundlage dienenden Daten, auf denen eine Anzahl von Amalgamstudien in Beziehung zur Gesundheit begründet wurden. Eine Studie bezieht diese mageren Expositionsdaten auf kardiovaskuläre Krankheit (Infarkte), Diabetes, Krebs und frühen Tod (Daten, die dem schwedischen Krebsregister und Krankenhausverzeichnissen entnommen wurden) (Ahlqwist et al., 1993). Keine dieser Krankheiten hat eine klare Beziehung zu den üblichen Problemen, die Amalgampatienten erfahren. In dieser Studie basiert die Statistik auf der Anzahl von Zahnflächen mit Amalgam (20 oder mehr oder 0-4 Flächen), nicht Anzahl der Amalgamfüllungen. An anderer Stelle desselben Dokumentes (Tabelle 3) erscheint die Anzahl der Amalgamflächen und in Tabelle 4 die Anzahl der Amalgamfüllungen (Tabelle 4 listet die p-Werte der Angaben in Tabelle 3 auf). Hat das wirklich ein Zahnarzt geschrieben? Wissen sie wirklich, worauf sie ihre Statistik aufbauen?

Bei Ahlqwist et al. von 1995 erscheint wieder die Anzahl der Zahnflächen mit Amalgam und dass dies durch Panorama-Röntgenaufnahmen und Photos in den Jahren 1968-69 aufgestellt worden ist. Nirgendwo gibt es in den Unterlagen von Halling eine Erfassung der Zahnflächen mit Amalgam. Unter der Überschrift "Ergebnisse" bei Ahlqwist et al. von 1995 gibt der Text die Anzahl von Amalgamfüllungen an. Die Ergebnisse in den Tabellen nennen Anzahl von Flächen.

Serumproben wurden in den Jahren 1968-69 und 1980-1981 entnommen. 20-30 Jahre später messen sie Methylquecksilber und anorganisches Quecksilber in diesen Proben und beziehen es auf Amalgam. Meines Wissens gibt es nicht eine veröffentlichte Studie, in der jahrzehntealte Serumproben untersucht wurden. Ein Minimum an Qualitätskontrolle wäre es gewesen, wenn irgendjemand irgendwo in der Welt irgendwann Hg in Serumproben unmittelbar untersucht hätte, diese 20-30 Jahre aufbewahrt hätte und dann mit genau derselben Methode nachgeprüft hätte, ob Quecksilber verloren gegangen oder absorbiert worden war. Die Proben von 1968-69 waren in offenen Glasröhrchen genommen worden, die von 1980-81 in Plastik-Vakuumröhrchen. Da nie die Absicht bestand, die Proben auf Hg zu untersuchen, gab es sicherlich nie einen Gedanken über Kontamination oder Absorption. G. Drasch, wohl bekannter Spurenelementexperte aus München, gibt an (Hock, Drasch et al., 1998, S.61), dass man Blutproben für eine Spurenelementanalyse höchstens 3 Tage lang bei 4° C aufbewahren kann. "Es ist Vorschrift, Quecksilberwerte innerhalb von wenigen Tagen nach der Blutentnahme zu messen, weil die Aufbewahrung von Quecksilber enthaltenden Proben in Plastikröhrchen über mehrere Monate zu einer Ablagerung des Quecksilbers in den Wänden des Proberöhrchens und zu einem Verlust des Quecksilbers in der Probe führt."

In der Hg-Studie (Bergdahl et al., 1998) erscheint wieder die Anzahl der Amalgamflächen, und von den Patienten, 46 bzw. 58 Jahre alt 1968-69 und 1980-81, wird gesagt, dass sie durchschnittlich 21 bzw. 15 Amalgamflächen mit einem Bereich von 0-55 und 0-53 Flächen haben. Die Unterschiede im Hg-Gehalt sind minimal. In einigen der angegebenen Bereiche (Abweichungen zwischen den höchsten und niedrigsten Werten) sind die niedrigsten Werte niedriger als die Sensitivität der Messmethode gemäß der Beschreibung im Text. Wie sind diese Werte gewonnen worden?

Dieselben Schwachstellen beziehen sich auf eine Studie, in der Laborwerte und Krankheit auf den Hg-Wert bezogen werden (Ahlqwist et al. 1999). Wieder erscheint die Anzahl der Amalgamfüllungen und ihr Bezug zu dem Serum-Hg. Ein Prüfbericht in Läkartidningen (Bengtson et al., 2001) bezieht sich nur auf die Anzahl der Füllungen, auch bei den Studien, in denen die Anzahl der Flächen oder mit Amalgam gefüllte Flächen in den Originalunterlagen angegeben sind!

Lavstedt und Sundberg veröffentlichten eine ähnliche Studie über die Beziehung zwischen Amalgam und Symptomen, aber die einzigen Gruppen, bei denen ein Unterschied festgestellt wurde, waren die zwischen Personen mit Amalgam und solchen ohne eigene Zähne. Die Autoren berichten, dass "in der Klinikregistratur nur das Material in der künstlichen Krone angegeben war, nicht das Vorhandensein von möglichen Amalgamfüllungen an den Kronenrändern, die wegen Sekundärkaries angebracht worden waren. Solche Füllungen waren zur Zeit der Registrierung verhältnismäßig häufig" (1970).

Amalgam unter Kronen und Brücken

Keine der Studien gibt an, dass Amalgam regelmäßig unter Kronen und Brücken vorkommt, Goldbrücken werden tatsächlich mit Amalgam aufzementiert, abnehmbarer Zahnersatz wird auf verbliebenen mit Amalgam reparierten Zähnen befestigt. "Goldkronen" sind fast regelmäßig eine Hülse aus einer Goldlegierung über einem Amalgamstumpf. Wenn eine Brücke eingesetzt wird (zur Zeit der Studien immer aus Metall hergestellt), werden bestehende Amalgamfüllungen nicht entfernt. Brücken im Frontzahnbereich bestehen aus einem mit Porzellan überzogenen Metallgerüst, um eine starke Bindung zu erzielen, das leicht oxidierte und toxische Metalle enthält

Wir haben bei verschiedenen Treffen wiederholt versucht, C. Bengtsson und M. Ahlqwist zu einer Erklärung zu bewegen, was die Patienten wirklich in ihren Mündern hatten. Ulf Bengtsson schrieb (1988) an Ahlqwist einen Brief, in dem er die folgenden Fragen stellte:

A. Enthält die Kontrollgruppe Frauen, die 0-4 Amalgamfüllungen haben, aber auch andere Arten von Restaurationen wie Brücken, Kronen etc.?
B. Es ist sehr üblich, dass Goldkronen auf einen Amalgamstumpf aufgesetzt werden. Kann es solche Goldkronen auf Amalgam geben, die als nicht Amalgam enthaltend verzeichnet worden sind?
C. Gibt es in der Kontrollgruppe Amalgamfüllungen in Kontakt mit angrenzenden Goldkronen oder Brücken aus Metall?
D. Es ist offensichtlich, dass ein solch intaktes Gebiss, wie man von der Kontrollgruppe den Eindruck haben kann, ungewöhnlich ist. Ist es möglich, dass die Kontrollgruppe eine ebenso schlechte oder schlechtere Zahngesundheit mit weniger eigenen Zähnen haben kann, dass aber der Ersatz wegen umfangreicher Schäden aus anderem Material als Amalgam besteht?
E. Kann die Kontrollgruppe in der Vergangenheit und ohne Berücksichtigung, wann die Füllungen in Bezug zu der Untersuchungszeit gelegt wurden, ebenso viele oder mehr Amalgamfüllungen gehabt haben wie die Gruppe mit mehr als 20 Amalgamfüllungen?

Antwort von M. Ahlqwist:
A. Ja, es kommt vor.
B. Kann vorkommen, aber es ist selten und kann die Ergebnisse nicht beeinträchtigen.
C. Nicht gesondert untersucht.
D. Es gibt eine Beziehung zwischen der Anzahl Zähne und der Anzahl Amalgamfüllungen, und zwar dass jene mit der geringsten Anzahl Zähne oft die geringste Anzahl Füllungen haben. Das ist der Grund, warum wir die Anzahl der Zähne als Hintergrundfaktor in unsere statistischen Analysen mit aufgenommen haben.
E. Theoretisch ja. Aber nicht in der Praxis. Da wir die Frauen während eines Zeitraums von 12 Jahren vor der letzten Untersuchung nachbetreut haben, und während dieses Zeitraums gab es wenige Veränderungen.

Ahlqwist et al. scheinen vorauszusetzen, dass es eine lineare Beziehung zwischen der Anzahl Amalgamfüllungen (oder Zahnflächen mit Amalgam?) zum Zeitpunkt der Untersuchung und dem Gesundheitszustand gibt, ohne verborgene Amalgamfüllungen und frühere Amalgameinlagen zu berücksichtigen, die herausgebohrt worden sind, oft ohne Schutzmaßnahmen.

Unsere Erfahrung ist, dass es oft eine Gold-Amalgam-Verbindung, Wurzelfüllungen mit goldüberzogenen Messigstiften und Amalgam darauf und sogar Goldhülsen auf dieser Batterie, giftige Zahnfüllmaterialien (z.B. N2, Endomethason), das Polieren von Amalgam ohne überhaupt jeglichen Schutz, Einsetzen von metall-keramischen Konstruktionen in bereits mit Amalgam gefüllten Kiefern etc. sind, die akute Krankheiten und langanhaltende Symptome (Jahre oder Jahrzehnte) heraufbeschwören, Symptome, die nicht verschwinden oder abnehmen, bevor nicht alle Metalle entfernt worden sind. Hg wird langsam ausgeschieden und die Schäden werden langsam behoben oder ausgeglichen. Während der Amalgamdebatte in den Jahren um 1930 wurde geschätzt, dass eine Person erst 4-5 Jahre nach der Quecksilberexposition als quecksilber- und belastungsfrei betrachtet werden könnte.

Zahngesundheit entspricht der allgemeinen Gesundheit

Im Internet (19.3.2001, www.amalgamskadefonden.se) veröffentlichte ein Forscher weitere Argumente:
"Haben sie gute Informationen über Expositionen? Gibt es Beweise für das Nichtvorhandensein von verzerrenden Auswirkungen - Verwechselungen? Hat die Studie genug Aussagekraft, um negative Auswirkungen mit größter Sicherheit auszuschließen? Der entsprechende Expositionsparameter kann durch eine lebenslange Belastung zustande gekommen sein. Die Relation zwischen der Amalgambelastung im Augenblick der Messung und der lebenslangen Exposition wird sehr niedrig sein. Eine gute Zahngesundheit im allgemeinen entspricht einem guten Allgemeinzustand. Eine Korrektur der sozio-ökonomischen Faktoren und des Alters ließ die meisten Korrelationen verschwinden, und daraus ziehen die Autoren die Schlussfolgerung, dass Personen mit vielen Amalgamfüllungen zum mindesten keine erhöhte Anzahl von Symptomen hatten. Die Autoren scheinen nicht das Ausmass der Probleme mit Verwechselungen zu erkennen. Solange ein verwirrender Faktor von unbekannter Größe zu bestehen scheint, können keine Schlussfolgerungen gezogen werden. Diskussionen darüber fehlen; es scheint, als ob die Autoren der Ansicht seien, dass umgekehrte Relationen die Schlussfolgerung stützen, dass Amalgam harmlos ist, obwohl diese umgekehrten Relationen tatsächlich zeigen, dass die Studie Schwachstellen enthält, die jedliche Schlussfolgerungen ausschließen."

Per Dalén weist darauf hin, dass man dies mit der epidemiologischen Studie über Rauchen und Lungenkrebs vergleichen kann; 40.000 Personen und eine 10-jährige Nachbetreuung waren erforderlich, um einen unregelmäßigen Zusammenhang zu bestätigen, der die meisten Personen überzeugte, jedoch nicht die Tabakindustrie. Auf Amalgam bezogen, wo die Belastungssituation weit weniger klar ist, wäre eine Studie mit ½ Million erforderlich. "Epidemiologische Methoden, die ein enormes Material erfordern, um wissenschaftlich aussagekräftige Ergebnisse zu erbringen, sind unter diesen Umständen sicherlich nicht nützlich. Trotzdem werden sie oft noch angewendet, um zu zeigen, dass verschiedene Produkte, die eine Massenbelastung herbeiführen, harmlos sind.... Die bedeutendste Wissensgrundlage sind einfach die vielen Fallberichte, die zeigen, dass sich langanhaltende Symptome verbessern, wenn Amalgam entfernt wurdet."


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Übersetzung aus dem Englischen: Gesine Weinert

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