Arch Environ Health 2002 Juli/August; 57(4): 366-70

Quecksilber im Speichel und die Gefahr von übermäßigen Grenzwerten im Abwasser im Verhältnis zu der Exposition von Amalgamfüllungen

Leistevuo J, Leistevuo T, Helenius H, Pyy L, Huovinen P, Tenovuo J.

Nationales Öffentl. Gesundheitsinstitut, Antimikrobiologisches Forschungslabor, Turku (Finnland)

Die Konzentration des gesamten Quecksilbers im stimulierten Speichel wurde bei Personen mit Zahnamalgamfüllungen und in zwei Gruppen ohne Amalgam gemessen. Die Wahrschein-lichkeit des Überschreitens der für Abwasser zugelassenen Quecksilbergrenzwerte stieg pro-portional an, wie die Anzahl der Quecksilberflächen zunahm. Der Quecksilbergrenzwert für Abwasser beträgt 0,05 mg/l (= 250 nmol/l) gemäß der Vorschrift 84/156/EEC des Council of European Communities. In keiner der Nicht-Amalgam-Gruppen wurde dieser Grenzwert überschritten, aber 20,5 % in der Amalgam-Gruppe überstiegen den Grenzwert (p < .001). Die Gefahr der Grenzwertüberschreitung erhöhte sich zweifach für jede 10 zusätzliche amal-gamgefüllte Oberflächen (Chancenverhältnis = 2,0; 95 % Überzeugungsintervall = 1.3, 3.3). Diese Ergebnisse zeigen, dass Personen - besonders aus überbevölkerten Gebieten - eine sig-nifikante Quelle der Quecksilberbelastung sein können. Als eine Folge der Quecksilber-belastung können Bakterien eine Quecksilberresistenz sowie eine Resistenz gegenüber anderen antimikrobiologischen Wirkstoffen annehmen, wodurch sich eine Störung einer anti-biotischen Behandlung ergeben kann.


Caries Res 2001 Mai-Juni; 35(3): 163-6

Zahnamalgamfüllungen und der Wert des organischen Quecksilbers im menschlichen Speichel

Leistevuo J, Leistevuo T, Helenius H, Pyy L, Osterblad M, Huovinen P, Tenovuo J.

Nationales Öffentliches Gesundheitsinstitut, Antimikrobiologisches Forschungslabor, Universität Turku, Turku, Finnland

Wir untersuchten die Unterschiede in den organischen und anorganischen Quecksilberwerten in Speichelproben zwischen Gruppen mit und ohne Amalgamzahnfüllungen. Die Werte von organischem und anorganischem Quecksilber im gesamten Speichel wurden bei 187 erwach-senen Studienpersonen gemessen. Der Quecksilbergehalt wurde durch die Kaltdampf-Atomare-Absorptions-Spektrometrie gemessen. Der Wert an organischem und anorganischem Quecksilber im paraffin-stimulierten Speichel war bei den Patienten mit Amalgamzahnfüllun-gen (n = 88) signifikant höher verglichen mit Studiengruppen ohne Amalgamzahnfüllungen

(n = 43 und n = 56): log(e) (organischesQuecksilber) stand linear in Verbindung zu log(e) (anorganisches Quecksilber, r(2) = 0.52). Die Spearman-Korrelations-Koeffizienten der anorganischen und organischen Quecksilberkonzentrationen mit der Anzahl der amalgam-gefüllten Zahnflächen betrugen 0,46 bzw. 0,27. Unsere Ergebnisse stimmen mit der Annahme überein, dass Amalgamfüllungen eine ständige Quelle von organischem Quecksilber sind, das toxischer als anorganisches Quecksilber ist und fast komplett vom menschlichen Darm aufge-nommen wird.


Antimicrob Agents Chemother 1995 Nov; 39(11):2499-502

Antimikrobiotische und Quecksilberresistenz in aeroben gram-negativen Bazilli in fäkaler Flora bei Personen mit und ohne Zahnamalgamfüllungen

Osterblad M, Leistevuo J, Leistevuo T, Jarvinen H, Pyy L, Tenovuo J, Huovinen P.

Antimikrobiotisches Forschungslabor, Nationales Öffentl. Gesundheitsinstitut, Turku, Finnland.

Antimikrobiotische Abwehr ist weiter verbreitet, als es als Folge eines Selektionsdrucks alleine durch den Verbrauch von Antibiotika begründet sein kann. In dieser Studie untersuch-ten wir die Hypothese, dass ein hoher Quecksilbergehalt in den Fäzes bestimmend für Queck-silber-resistente Bakterien und somit für antimikrobiotische Abwehr verbunden mit Queck-silberresistenz sein könnte. Es wurden drei Gruppen mit unterschiedlichen Expositionen ge-genüber Zahnamalgamfüllungen verglichen. Keine der Personen hatte antimikrobiotische Mittel während der drei vorangegangenen Monate oder länger genommen. Die Gruppe mit Zahnamalgam (n = 92) hatte 13mal mehr Quecksilber in den Fäzes als die Gruppe, die niemals Amalgamfüllungen (n = 43) hatte und diejenige, deren Amalgamfüllungen entfernt worden waren (n = 56). Es wurden keine signifikanten Unterschiede weder in der Quecksilberabwehr noch in der antibiotischen Abwehr der aeroben gram-negatien Fäkalflora von diesen Gruppen festgestellt. Die folgende antimikrobiotische Widerstandshäufigkeit wur-de mit einer Replikationsplattenkultur festgestellt: > oder = 1 % Widerstand bei 40 % der Personen mit Ampicillin, 14 % der Personen mit Cefuroxim, 6 % der Personen mit Nalidixin-säure, 14 % der Personen mit Trimethoprim, 19 % der Personen mit Sulfamethoxazol und 25 % der Personen mit Tetracyclin. Der Quecksilberwert, der in den Fäzes vom Amalgam stammte, war nicht selektiv für irgend welche Resistenzfaktoren bei den aeroben gram-negativen Bakterien, jedoch war die antimikrobiotische Resistenz weitverbreitet sogar unter den gesunden Personen mit keiner kürzlichen Exposition gegenüber Antibiotika.

 

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